Évf. 53 szám 3-4 (2014): Emlékezet és irodalom: Kemény Zsigmond
Tanulmányok

A modernizáció romantikus programja: A történelem tragizáló performálása Kemény Zsigmond műveiben

Megjelent július 1, 2014
György Eisemann
Eötvös Loránd Tudományegyetem
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Eisemann, G. (2014). A modernizáció romantikus programja: A történelem tragizáló performálása Kemény Zsigmond műveiben. Studia Litteraria, 53(3-4), 101–108. https://doi.org/10.37415/studia/2014/53/4155

Der romantische Ansatz des Modernisierungsprogamms scheint bei Zsigmond Kemény nur eine Utopie geblieben zu sein, weil Kemény die Verwirklichung dieses Programms (im Sinne von Inszenierung, Performativierung) aus einer absoluten Metaposition überwachen und leiten wollte. Kemény nahm jene gefährlichwidersprüchlichen Entwicklungen ganz genau wahr, welche nach Rousseau durch die materielle Veränderung und die politische Demokratisierung der Gesellschaft hervorgebracht worden waren. Er bemerkte, dass die Demokratisierung mit ihrer starken sozialen Ausprägung in einen Konflikt mit der Kultur und ihren Werten gerät. Kemény plädierte mit seinen beiden Flugschriften für die Aufrechterhaltung der monarchistischen Einrichtung des Vielvölkerstaates, obwohl sich seine Bestrebungen aus einer historischen Perspektive jedoch erfolglos erwiesen. Seiner Ansicht nach war nämlich dieses politische System die Voraussetzung für das Fortbestehen des Ungartums. Unter dem Gesichtspunkt der Tragik scheint es möglich, dass dessen Vergehen eine Verfehlung ist, die durch falsche, manchmal idealistische Selbstreflexionen einen Dialog völlig ausschließt. Das Fatum befreit Sprache und Kultur von ihrer Materialität in gefährlichem Maße: das ist eine Art moderne Entfremdung. Die Katharsis aber hat ihren Ereignischarakter – ihre Öffentlichkeit – verloren und bildet sich als ein latentes Geschehen in dem Schicksal der Personen.