Suchen
Ergebnis der Suche
-
Die abnormale „neue Normalität“: Das Konzept der „neuen Normalität“ als Frame-Struktur im Diskurs der sozialen Medien – Eine kognitiv-diskursive Analyse
Views:414Die vorliegende Untersuchung widmet sich der Analyse des Konzepts „neue Normalität“ sowie der Beschreibung seiner Frame-Struktur im alltagsbezogenen Gebrauch innerhalb des Diskurses in sozialen Netzwerken. Ausgehend von einem kognitiv-diskursiven Ansatz untersuchen wir die Bedeutungsverschiebung des Ausdrucks „neue Normalität” vom ursprünglich wirtschafts- und politikorientierten Begriff hin zu einem vielschichtigen sprachlichen Instrument zur Artikulation von Bewertungen, Ängsten und Ablehnung. Anhand von Kommentaren in sozialen Medien (Facebook, Telegram, LiveJournal) identifizieren wir Frames und thematische Gruppen, in deren Rahmen das Konzept aktualisiert wird: moralisch-wertbezogene Devaluation, kulturell-zivilisatorische Krise, ideologischer Druck, Normalisierung von Gewalt, Medialisierung von Tragödien sowie soziale Anpassung an post-COVID-Realitäten. Die durchgeführte Analyse zeigt, dass die „neue Normalität“ im Mediendiskurs als Marker normativer Transformationen und kognitiver Repräsentation von Krisenphänomenen fungiert. Das Konzept erfüllt die Funktionen eines ironischen Labels, eines Mittels der Stigmatisierung, der emotionalen Bewertung sowie der Artikulation von Identität und der Beschreibung des „Fremden“ unter Bedingungen globaler und lokaler Veränderungen.
-
Kognitive Modelle des Konzepts „Normalität“
Views:103Die vorliegende Studie untersucht das Konzept der „Normalität“ im zeitgenössischen russischen öffentlichen Diskurs der letzten Jahrzehnte unter Bedingungen der Unsicherheit normativer Orientierungen. Im Unterschied zu der zuvor analysierten Konstruktion „neue Normalität“, die eine ausgeprägt markierte und metasprachliche Funktion aufweist, fungiert „Normalität“ vorwiegend als eine Hintergrundkategorie kognitiv-diskursiver Art und dient als Instrument der Bewertung und Kategorisierung. Das Untersuchungsmaterial basiert auf Daten des RuTenTen-Korpus. Die methodologische Grundlage bildet die kognitiv-diskursive Analyse, die auf die Identifikation typischer Gebrauchsmuster und die Rekonstruktion der konzeptuellen Struktur abzielt. Im Ergebnis werden zentrale kognitive Modelle des Konzepts „Normalität“ herausgearbeitet, darunter räumliche, skalare, prozessuale und institutionelle Metaphern sowie Modelle der Maskierung, Simulation und axiologischen Inversion.