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  • Stille als strukturelle Präsenz: Eine theoretische Untersuchung des Films „Oaza“ (‚Oase‘) von Ivan Ikić in einer filmischen Rahmung des Minimalistischen Programms von Noam Chomsky
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    Diese Studie bietet eine formal-analytische Lesart des Films Oaza (‚Oase‘, 2020)  von Ivan Ikić innerhalb eines interdisziplinären Rahmens, der filmtheoretische Ansätze mit dem Minimalistischen Programm von Noam Chomsky verbindet. Ausgehend von zentralen Konzepten des Minimalistischen Programms – wie der Unterscheidung zwischen Phonologischer Form (PF) und Logischer Form (LF), dem Prinzip der derivationalen Ökonomie sowie der Kopientheorie der Bewegung – argumentiert der Beitrag, dass filmische Stille in Oaza nicht als Abwesenheit, sondern als strukturell lizenzierte Form der Nicht-Externalisierung zu verstehen ist. In diesem Sinne funktioniert Stille analog zu syntaktischen Spuren: Elemente, die keine phonologische Realisierung aufweisen, jedoch interpretativ wirksam bleiben. Anhand der Analyse der Verhörszene und der Schlusssequenz zeigt der Beitrag, wie die Suspendierung von Sprache und die Einschränkung expressiver Mittel die interpretative Verantwortung auf den Zuschauer verlagern. Bedeutung entsteht nicht durch explizite Artikulation, sondern durch strukturierte Abwesenheit und eingeschränkten Zugang. Der Film erweist sich somit als ein derivationales System, in dem Auslassung kein Defizit, sondern eine Bedingung der Interpretation darstellt, gesteuert durch Prinzipien der Ökonomie und der Schnittstelleninteraktion.