Call for papers

Sozio-kulturelle Auswirkungen von Integrationsprozessen

Integrationsprozesse, sei es auf internationaler, regionaler oder gesellschaftlicher Ebene, spielen in der heutigen globalisierten Welt eine Schlüsselrolle. Die Vertiefung der Beziehungen und Verbindungen zwischen Nationen, Volksgruppen und Gemeinschaften kann nicht nur zu einfachen wirtschaftlichen, sozialen oder kulturellen Veränderungen führen, sondern auch tiefgreifende, komplexe soziokulturelle Folgen haben. Die Auswirkungen dieser Prozesse sind komplex und können vielschichtige Veränderungen nach sich ziehen, die Entfaltung kultureller Vielfalt fördern, aber auch den für die Konstruktion nationaler oder ethnischer Identitäten notwendigen sozialen Zusammenhalt. Weiter können sie aktive Gemeinschaften und die von ihnen gepflegten Bräuche und Traditionen verändern. Gleichzeitig kann es weitere gesellschaftliche Prozesse in Gang setzen, die sich auch auf das eigene Umfeld auswirken können.

Eine der wichtigsten soziokulturellen Auswirkungen der Integration könnte die Stärkung der kulturellen Interaktionen sein. Der Austausch von Menschen, geistigen Kulturgütern und Werten fördert die Verbreitung neuer Erkenntnisse. Dank der Integrationsprozesse kann sich beispielsweise die Möglichkeit ergeben, dass verschiedene Nationen einander näherkommen und ihre Traditionen, Sprachen und Denkweisen kennenlernen.

Dieser Prozess stärkt Toleranz und Offenheit und kann gleichzeitig neue kulturelle Synthesen hervorbringen. Gleichzeitig ist Integration nicht nur ein vereinheitlichender Faktor, sondern kann auch eine differenzierende Kraft sein, durch die nationale, regionale und vor allem lokale Identitäten an Bedeutung gewinnen können: Einzelpersonen und Gemeinschaften suchen ihren Platz in einem globalen, aber dennoch multikulturellen Raum.

Aus diesem Grund tritt häufig das Bedürfnis nach Bewahrung der Identität und die damit verbundene Bedeutung individueller Handlungen gegenüber der kulturellen Homogenisierung in den Vordergrund. Interaktion kann nicht nur zu einer Vermischung kultureller Elemente führen, sondern auch zu einer bewussten Selbstdefinition.

Für die Ausgabe 2026 von Ethnographica et Folkloristica Carpathica erwarten wir neben lokalen Fallbeispielen auch Studien, die regionale, aber auch länderübergreifende Muster aufzeigen.

Manuskripte werden in englischer oder deutscher Sprache gemäß den auf unserer Website verfügbaren formalen Anforderungen angenommen:

https://ojs.lib.unideb.hu/ethnographica/about/submissions

Einreichungsfrist für Manuskripte: 1. Mai 2026.

 

Database Logos