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„Schritt für Schritt“ in der Lagerliteratur: A. I. Solschenizyns „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ und Imre Kertészʼ „Roman eines Schicksallosen“
Views:325Der Artikel befasst sich mit der Analyse direkter und übertragener Formen des „Schrittes“ unter dem Gesichtspunkt der Erzeugung neuer Bedeutungen im Zusammenhang mit den Begriffen „Weg“, „Schicksal“ und „Glück“ in der Erzählung von A. I. Solschenizyn „Ein Tag im Leben des Iwan Denissowitsch“ und im „Roman eines Schicksallosen“ von Imre Kertész. Um bestimmte Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen diesen textbildenden Komponenten in den herausragenden Werken der Lagerliteratur aufzudecken, müssen wir uns durch Erforschung der Formen der Verknüpfung unvereinbarer Sachen und Bilder den komparativen Tropen zuwenden. In beiden Fällen ermöglicht dies auch, dem Weltbild des Autors näherzukommen.
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Das Panpsyche-Drama „Requiem“ von Leonid Andrejew
Views:81Der Artikel beleuchtet die Rolle von Leonid Andrejews Werk bei der Entstehung des neuen Dramas in Russland und zeigt anhand einer Analyse des Stücks „Requiem“ die genre- und formspezifischen Besonderheiten der Pansychie-Dramen auf. Der Autor des Artikels hebt hervor, dass Andrejews Panpsyche-Drama ein bahnbrechendes Experiment ist, das zeigt, wie weit die Ausweitung des Begriffs des dramatischen Genres gehen kann. Der Text des panpsychischen Dramas beweist, dass die Ereignishaftigkeit, die zuvor als eines der Hauptkriterien des Dramas galt, im neuen Drama keineswegs von zentraler Bedeutung ist. Auf diese Weise nimmt die Häufigkeit äußerer Ereignisse ab, während gleichzeitig die Bedeutung innerer Ereignisse zunimmt und die Rolle mentaler und psychologischer Ereignisse wird stärker. Andererseits enthält Andrejews dramatischer Text bereits die Tendenz zu einer Verarmung der referenziellen Funktion der künstlerischen Sprache, und zum ordnenden Prinzip in der Struktur des Dramas wird die Tendenz zur Eigenständigkeit der Tropen. Diese Phänomene verleihen Andrejews panpsychischem Drama eine besondere Bedeutung auf dem Weg zu einem zeitgenössischen Verständnis des neuen Dramas.
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Bücher haben ihre Schicksale…: Gregor Ferenc: A szlovák nyelv magyar elemei [Die ungarischen Elemente der slowakischen Sprache]. Kairosz Kiadó, Budapest, 2023, 953 S. ISBN: 978-963-514157-9
Views:269Ferenc Gregor, der bedeutendste ungarische Forscher des slowakischen Wortschatzes, konnte das Erscheinen seines Lebenswerks im Druck nicht mehr erleben. Die Verfasserin des Artikels verfolgt mit ihrer Arbeit ein doppeltes Ziel. Einerseits möchte sie einem herausragenden Wissenschaftler ein Denkmal setzen – einem Gelehrten, der standhaft seinen eigenen Weg im Dienst wissenschaftlicher Wertschöpfung ging, dabei die Mühen des einsamen Ringens auf sich nahm und dessen Anstrengungen – dank der nächsten Generation von Forschern – zwar postum, aber letztlich von Erfolg gekrönt wurden. Andererseits möchte sie die Aufmerksamkeit auf den sehr bedeutenden sprachlichen und kulturellen Einfluss lenken, den die ungarischen Dialekte auf die Sprache der slowakischen Bevölkerung innerhalb der Grenzen des historischen Königreichs Ungarn im Norden ausübten. Dieser Einfluss wirkte sich in mehreren Wellen und in verschiedenen geografischen Regionen aus und nahm je nach historischer Lage unterschiedliche thematische Ausprägungen an. Ferenc Gregor wies anhand einer äußerst breiten schriftlichen Quellenbasis nahezu 1000 ungarische Lexeme im Wortgebrauch der lokalen slowakischen Sprachvarianten nach. Da Gregor all jene Fälle genau dokumentierte, in denen die behandelten ungarischen Wörter auch in andere slawische Sprachen des Karpatenbeckens Eingang fanden, stellt sein Werk nicht nur aus kontaktlinguistischer Sicht eine herausragende Leistung dar, sondern besitzt auch aus areallinguistischer Perspektive große Bedeutung.
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„Doktor Schiwago“ und Leonid Pasternak
Views:323Der Artikel analysiert die Wertänderungen in der Kunst und Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die schöpferischen Strategien von zwei nahestehenden Personen – dem Dichter Boris Pasternak und seinem Vater, dem Maler Leonid Pasternak. Vertreter der Akademischen Kunst, Leonid Pasternak erneuerte die Tradition des Realismus, als er bei der Arbeit an den Illustrationen für den Roman „Auferstehung“ in persönlichen Kontakt mit Lew Tolstoi kam. Auf dem Weg von der Peredwischniki-Bewegung zum Impressionismus nahm er die neuesten Trends nicht auf, im Gegensatz zu seinem Sohn, der sich schon länger für Futurismus und Modernismus begeisterte. Der ästhetische Konflikt ist mit den Jahren (und der Entfernung – der Vater emigrierte in den frühen 1920er Jahren) verblasst, im Roman „Doktor Schiwago“ kehrte Boris Pasternak zur Poetik der klassischen russischen Prosa zurück. Dennoch wären die christlichen Werte, auf denen die semantische Basis des Romans beruht, dem Vater, der kurz vor Beginn der Arbeit am Roman verstarb, fremd geblieben. Die Zusammenfassung war der Roman selbst, in dem Einwirkung und Polemik zwischen Sohn und Vater, Dichter und Maler hinter dem Text versteckt sind.
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B. Spinoza, N. W. Gogol, J. Baudrillard: Zur Diskussion um den Theozentrismus und Anthropozentrismus
13 p.Views:395Das Interesse an dem Problem des Menschen, an dem Aufbau der Welt und an ihren Grundlagen bringt Spinoza, Gogol und Baudrillard trotz aller Unterschiede nahe zusammen. Wenn wir die Autoren der Reihe nach betrachten, zeichnen sich drei Haupteinstellungen ab. Spinoza: alle Seienden sind theozentrisch, wir sollen nach Verständnis des Gottes und Seiner "Erstreckungen" (nicht Schöpfungen!) in Form der Welt und des Menschen streben. Gogol: humoristisch-romantischer Kritizismus gegen die innerweltliche Irrationalität, mit Bestrebung des Autors zu einem eschatologischen Aspekt. Baudrillard: das Hineinsinken in das Pansoziale des seine Fundamente (von der Renaissance ab) verlorenen individuellen Seienden.
Nach Spinoza ist der Mensch, die Natur, die Welt, im allgemein die Realität im Ganzen eine Erstreckung des Gottes. Sie sind nicht "Schöpfungen"! - vielmehr Erstreckungen, eigentlich Bestandteile des Gottes, einer Art von Doppelgängern, obwohl mit weniger Gutem. Gott kann sich demnach von Dingen um Ihn, von der Außenwelt nicht abtrennen und nimmt alles, was nicht Er ist, als sich selbst wahr. Gogol dagegen bestrebte den Menschen als ein von dem Gott gesondert existierenden Wesen darzustellen, das sich sohin ändern kann (die Idee der "Toten Seelen"). Was Baudrillard betrifft, hat er nicht die "Apokalypse unserer Zeit" gepinselt? Sein ständiger marxistisch-freudianischer Jargon soll bloß einem unmittelbaren Zweck der Reformierung der sozialen Realität dienen. Baudrillards Konzept verhält sich mit post- und neoromantischer Skepsis gegen die Natur vom Menschen und Sozium. Post-marxistisch (und post-freudianisch) in Baudrillard sind seine Thesen der "Erwiderbarkeit", des "Verschenkens" – "die Gabe" (nach der Terminologie von Mauss und seiner Anhänger), d. h. Umstellung der Kommunikation auf einen "symbolischen Tausch" in allen Bereichen der Existenz. Damit erkennt Baudrillard eine Bindung der Moderne zur Postmoderne und bestätigt Positiva der Moderne. Metamorphose der "toten Seelen" ist ein Weg, über den Gogol ebenso aus verschiedenen Aspekten nachgedacht hat und der sich den selbstzufriedenen Automaten bei Spinoza gegenübersetzt.
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Адвербиализация на предложни съчетания в старославянски език. Наречни и полунаречни изрази, образувани посредством предлог по (Bulgarisch)
22 p.Views:385Gegenstand der Forschung im vorliegenden Aufsatz sind adverbiale und halbadverbiale Phrasen (mit unvollständiger Lexikalisierung) in der altslawischen Sprache, die durch Vereinigung von Vollwörtern und Hilfswörtern (Präpositionen) in eine neue verbale Einheit gebildet werden. Die Untersuchung ist nach dem Prinzip der Klassifizierung strukturiert, das empirische Material wird nach verschiedenen Kriterien systematisiert. Zuerst ist eine Gruppe aufgrund der wortbildenden Präposition angeführt; innerhalb jeder Gruppe – abhängig von dem Umstand, den das neugebildete Wort bezeichnet (Ort, Zeit, Art und Weise der Handlung, Quantität, Causa); am Ende – laut lexikalisch-grammatischer Zugehörigkeit des Ausgangswort (Substantiv, Adjektiv, Numerale, Adverb, Präposition). In jedem konkreten Fall wird der Weg der Adverbialisierung von Anfang bis Ende analysiert, verfolgen wir systemische Korrelationen der neugebildeten adverbialen Einheit.